Unsere Beweggründe

Operation Luftschloss

Im März 2020 war Deutschland vollkommen unvorbereitet auf die Pandemie: Keine Vorräte an effektiven OP- oder FFP2-Masken für den Katastrophenfall und keine Produktionskapazitäten – weder für Masken, Schutzkleidung, Desinfektionsmittel noch für dazugehörige Behälter. Da blieb nur Improvisieren: Aufrufe zum Nähen von Stoffmasken, Einsatz von Schals, Nutzung von Ethanol von Schnapsbrennereien für „selbstgebraute“ Desinfektionsmittel, Lüften durch Öffnen von Fenstern…

Im Frühjahr 2021 sind wir zumindest bei den Mund-Nasen-Bedeckungen weiter: Endlich wird der Einsatz von effektiven Masken vorgeschrieben. Auch gibt es hier nun eine wachsende Produktion in Deutschland sowie eine gewisse Versorgungs-sicherheit. Natürlich bieten auch OP- oder FFP2-Masken keinen 100%igen Schutz. Hierzu wären noch Schutzbrillen, Face-Shields, Schutzanzüge und Handschuhe nötig.

Ganz anders ist die Situation in den Klassenzimmern und den Räumlichkeiten in Kindergärten: Wir nutzen weiter die improvisierten Methoden vom Beginn der Pandemie. Hier muss dringend nachgesteuert werden!

In diesen Räumlichkeiten ist eine Reduktion der Infektionsgefahr von essentieller Bedeutung. Trotz der fortschreitenden Impfungen bei Erwachsenen führen neue Corona-Mutanten zu vermehrten Virusinfektionen bei Kindern – siehe England und Israel. Und aktuell stehen die Impfstoffe nur für Erwachsene zur Verfügung (der BioNTech-Impfstoff ist ab 16 Jahren zugelassen). Erste Studien für den Einsatz von Impfstoffen für Kinder ab 12 Jahre sind gestartet und werden hoffentlich ab 2022 zugelassen sein. Impfstoffe für Kinder ab 5 Jahren stehen aber evtl. auch erst ab 2024 zur Verfügung. Weiterhin sorgen Mutationen dafür, dass die Wirksamkeit von Impfstoffen reduziert wird bzw. das neue Impfungen erforderlich werden – auch in diesem Fall ist eine wirksame Reduktion der Aerosol-Konzentration in Klassen-zimmern und Kindergärten extrem wichtig: Wir müssen vor die Welle kommen!

Leider besteht immer noch eine große Reserviertheit gegenüber dem flächen-deckenden Einsatz von mobilen Luftfiltern.

Bezug genommen wird hier häufig auf eine Publikation des Umweltbundesamtes (UBA) mit der Überschrift „Mobile Luftreiniger in Schulen: Nur im Ausnahmefall sinnvoll“. Bei diesem Papier müssen aber das Fazit und die genannten langfristigen und nachhaltigen Ziele gelesen werden! Das UBA gibt als absolut sinnvolles Ziel aus: „Aus gesundheitlichen und Nachhaltigkeits-Gründen sollten perspektivisch alle dicht belegten Veranstaltungsräume in Schulen und Bildungseinrichtungen mit raumluft-technischen (RLT)-Anlagen ausgerüstet bzw. nachgerüstet werden“. Dem stimmen wir absolut zu! Aber bis das umsetzbar ist, vergehen viele Jahre bzw. wird es in vielen Schulen und Kindergärten aufgrund von baulichen Rahmenbedingungen oder Denkmalschutz nicht möglich sein. Und bisher stehen in Deutschland auch viele Verordnungen diesen Lüftungsanlagen im Wege: In Deutschland werden Büroräume, Seminarräume, Klassenzimmer und Hörsäle typischerweise nicht gekühlt und belüftet, ganz im Gegensatz zu anderen Industrie- und Schwellenländern. Deshalb sind wir Pathogenen wie Influenzaviren oder nun auch Coronaviren in Innenräumen schutzlos ausgesetzt.

Zur „Zwischenlösung“ bzw. einzigen Alternative, den mobilen Luftreinigungsgeräten, stellt das UBA und auch der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) folgende Forderungen auf. Solche Geräte sollten 1. das sechsfache Raumvolumen pro Stunde reinigen, 2. eine CE-Zulassung tragen, 3. keine große Geräuschentwicklung zeigen und 4. bei Filter-Geräten mit H13/H14-Filtern ausgestattet sein oder bei Systemen, die Erreger deaktivieren, einen Nachweis der Effizienz umfassen.

Weiterhin wird angemerkt das solche Luftreiniger weder CO2 entfernen noch Sauerstoff erzeugen. Daher muss regelmäßig Frischluft zugeführt werden (was schon immer der Fall war, auch ohne mobile Luftreiniger).

Deswegen dienen diese Geräte laut UBA „nur zur Ergänzung“. Bis Ende 2020 gab es kaum Luftreiniger, die diese Kriterien erfüllten. Die Geräte aus China und Indien hatten keine Zulassungen, das erreichbare, zu reinigende Raumvolumen war nicht ausreichend etc.

Das hat sich grundlegend geändert!

Der hochinnovative industrielle Mittelstand in Deutschland hat die Aufrufe aus Berlin, Lösungen „Made in Germany“ bereitzustellen, unglaublich überzeugend beantwortet und ist unter Einsatz von großen Investitionen hier in Vorleistung gegangen.

Es gibt aktuell Dutzende hochprofessioneller Geräte, die mit Lieferzeiten von wenigen Tagen erhältlich sind, mit Luftreinigungsvolumina, die für Raumgrößen bis 100 m2, teilweise bis 200 m2 pro Gerät geeignet sind. Mit hochvoluminösen H13/H14-HEPA-Filtern, die teils auch nur alle 24 Monate getauscht werden müssen. Des Weiteren gibt es teilweise eingebaute CO2-Sensoren, so dass bei Überschreiten des von verschiedenen Organisationen genannten Grenzwertes von 1000 ppm CO2 anzeigt wird, dass Frischluft zugeführt werden soll. Und natürlich haben alle diese Geräte eine CE-Zertifizierung.

Es ist daher UNVERANTWORTLICH, wenn diese modernen und sofort umsetzbaren Luftreinigungstechniken nicht SOFORT in allen passenden Klassenräumen und Kindergärten eingesetzt werden.

Wir haben deshalb die Initiative „Operation Luftschloss“ gestartet. Aber hinter diesem Luftschloss steht keine leere Luft, sondern bürgerliches, unternehmerisches und gesellschaftliches Engagement. Wir gehen zusammen voran, um schnell und unbürokratisch unseren Kindern, Lehrern, Lehrerinnen, Erziehern und Erzieherinnen zu helfen, bis die großen offiziellen Programme dann mit großer Wucht umgesetzt werden.

Nachfolgend sollten dann auch diese Leistungen der deutschen Industrie genutzt werden (wenn nicht schon geschehen), um Geschäften, Restaurants, Dienstleistungsbetrieben etc. eine Öffnung zu ermöglichen. Hierzu muss aber Rechtssicherheit geschaffen werden, dass nicht wieder pauschale Schließungen ausgesprochen werden, ohne Berücksichtigung von getätigten Investitionen und Schutzmaßnahmen.

In Deutschland sagen erst einmal alle „Nein“ – wir sagen Ja.

Dass der Luftfilter den Kindern schadet ist absurd – es scheuen alle nur die Kosten, aber unsere Kinder sind es wert. Deshalb haben wir die Sache selbst in die Hand genommen.

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